Reisebericht Sardinien 2018

Offroad auf Sardinien – Genuss auf hohem Niveau

Die Fähre bewegt sich am Morgen des 7. April 2018 in Schrittgeschwindigkeit auf den Fährhafen in Olbia zu und zerschneidet fast geräuschlos die spiegelglatte Oberfläche der Bucht. Die Sonne scheint wie bestellt und verbreitet Urlaubsfeeling – genau so hatte ich mir meinen zweiten Besuch auf Sardinien vorgestellt. Anlegen, runter von der Fähre, volltanken und los!

Ich fahre zum vereinbarten Treffpunkt und freue mich auf ein Wiedersehen mit Michael, mit dem ich zwei Jahre zuvor durch Marokko tourte. Dort treffe ich auch meinen langjährigen Freund Mirko, der mich eine Woche lang als tapferer Beifahrer im Buschtaxi begleitet. Eigentlich ist Mirko Anhänger der Landrover-Fraktion und sucht oft den Nervenkitzel im schweren Gelände. Nun aber freut er sich nach einem Offroad-Abenteuer auf Korsika in der Woche zuvor auf eine relaxte Ausfahrt im Toyota.

Wir relaxen den ganzen Tag bei Sonnenschein am Strand und lassen uns bei herrlichem Sonnenuntergang die Fischplatten in einem unscheinbaren Restaurant in Castelsardo schmecken.

Von Norden kommend fahren wir am Sonntag Onroad ca. 160 km in Richtung Südosten und machen mehrere Zwischenstopps, um auch etwas Kulturgeschichte aufzunehmen. Highlight des Tages ist die Mittagsrast auf einem Bauernhof.Wir werden sehr gastfreundlich empfangen und vorzüglich bewirtet. Nach einem ausgiebigen Mahl nehmen wir Einblick in die Weinherstellung und decken uns mit selbstgemachten Honig, Olivenöl und Wein ein.

Weiter geht’s in unser Camp nahe Orgosolo, in welchem wir die kommenden vier Nächte verbringen. Als mir bewusst wurde, dass wir auf rund 1.000 m über Null campieren, wird klar, warum es dort oben nachts „sehr schattig“ ist, wie Michael nach einer 5-Grad-Nacht mit Regen und Wind beliebt, zu scherzen. Das Camp hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Wildcamping: Es gibt einen großen Aufenthaltsraum mit offenem Kamin. So sitzen wir auch bei schlechtem Wetter warm und trocken und genießen sardische Spezialitäten vom Grill, Wein und Mirto (Myrthenlikör).

Am nächsten Morgen geht‘s endlich ins Gelände. Nach dem obligatorischen Morgenappell starten wir die Motoren und erkunden in den kommenden Tagen die Pisten rund um das Camp – hauptsächlich im Parco Nazionale Del Golfo Di Orossei e Del Gennargentu. Zunächst geht es ganz entspannt die Piste entlang, bevor wir abbiegen und des erste Offroad-Highlight erleben. Durch den anhaltenden Regen der letzten Tage ist der Boden teilweise aufgeweicht und als wir das erste Bächlein queren, müssen einige Fahrzeuge aus dem Schlamm gezogen werden – das macht Spaß! Weiter geht es mit anspruchsvollen Bergauf- und Bergabfahrten, ausgedehnten Strecken in diversen Flussbetten sowie der einen oder anderen Bergeaktion.

Mit Ausnahme einer kleinen Rempelei zwischen einem herunterhängenden Ast und dem Dachzelt eines Fahrzeuges meisterten alle die Tour ohne Probleme. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt: Landrover Defender 90, 110, 130 sowie Dicovery, Mercedes G500, Steyer Puch und wir als einzige Toyota-Crew. Entgegen allen Vorurteilen wurden wir von der Gruppe trotz (oder gerade wegen?) unseres Buschtaxis herzlich aufgenommen.

Am vorletzten Tag der Tour fahren wir weiter Richtung Osten nach Arbatax. Auf der Fahrt dorthin wechseln sich schöne Strecken, Blicke auf Bergketten und später das türkisblaue Mittelmeer ab. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag verbringen wir auf dem Campingplatz Telis direkt am Meer und erleben unseren gemeinsamen Abschiedsabend in dem wunderbaren Restaurant des Hotels La Bitta.

Das persönliches Highlight der Tour erfahren wir dann am Freitag, als wir die rote Felsenlandschaft von Arbatax durchqueren. Unglaublich schöne Landschaft gepaart mit frischem, maigrünen Bewuchs und netten Offroadeinlagen bestimmen die Tour, die am Nachmittag ihr geplantes Ende findet. Dabei strahlte die Sonne vom blauen Himmel und tauchte die Landschaft in malerische Farben.

 

Alles in allem hinterließ die Tour mit ihren ständig wechselnden Landschaften, zahlreichen Offroadeinlagen und den vielen Genüssen unvergessliche Eindrücke im Kopf. Klare Empfehlung mit Suchtgefahr!
 

Hier folgen einige Impressionen unserer Sardinien-Tour 2018:
 

 
Meine Highlights der Tour:

  • Abendessen in der Fischgaststätte am Castello dei Doria
  • Besuch des Bauerhofes mit Weinverkostung nahe Laerru
  • Touren im Nationalpark Gennargentu
  • Höhle in der Nähe von Oliena
  • Offroadtour entlang der roten Felsen von Arbatax von Tortolì nach Urzulei
  • Abendessen im Hotel La Bitta

 
Mario, 46, mit Toyota HZJ78