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Reisebericht Tunesien

Reisebericht SAHARA Februar 2014

Liebe Daheimgebliebenen!

Seit 48 h hat uns nun die Heimat wieder. In den vergangenen zwei Wochen waren wir mit Michael Ortner (4×4 Experience im Auftrag von TC Offroad Trekking) in Tunesien unterwegs.

Die nachfolgenden Zeilen sollen Euch ein Gefühl für die Reise geben. Da wir zum offroaden nach Nordafrika gefahren sind, lasse ich mal die genauen Informationen zur Reiseroute sowie geografischen, geschichtlichen und kulturellen Hintergründen weg.

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Reiseleitung durch Michael Ortner von 4×4-Experience

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Die Vorbereitung der Reise, insbesondere die Vorabkommunikation, lief nicht ganz so zackig und zielgenau, wie wir dies von Sven Taegen kennen und lieben. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass Michael Ortner selbst sehr viel auf Achse ist. Am Ende hat jedoch alles problemlos funktioniert.Besonders positiv herausheben möchte ich Michael Ortners Engagement und Einsatz für die Gruppe. Er ist bei Weitem der geselligste und kundenorientierteste Chefscout, den wir bislang kennengelernt haben. Ständig war er bemüht, auch spontan zusätzliche Erlebnisse in die Reise zu integrieren, z.B. Besuch der Brücke auf der Fähre, Besichtigung einer Suite auf der Fähre als eventuelle Option für zukünftige Passagen, spontane Führungen und Kontakte zu Handwerkern und Händlern in der Medina in Tunis, gemeinsame Kneipenbesuche …

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Michaels Französischkenntnisse sind hervorragend, waren immer wieder Türöffner bei den Einheimischen und sorgten dafür, dass wir bestens in Restaurants bewirtet wurden und Polizisten, Nationalgarde usw. freundlich unseren Convoy durch das ganze Land winkten.Seine offene Art und seine strategischen Planungen sorgten dafür, dass wir an jeder Zwischenetappe Einheimische hatten, die sich um uns gekümmert haben; sei es bei der bevorzugten Abwicklung der Einreiseformalitäten, der Führung durch die Sahara, der nächtlichen Bewachung der Fahrzeuge in bewohnten Gebieten, der lokalen Führung an touristischen Hotspots etc.

Sicherheit

Das im Vorfeld diskutierte Thema war in der Realität nicht relevant. Nach der Ankunft in Tunis fuhren wir sofort an einen einsamen Strandabschnitt für die erste Übernachtung. Auf dem Weg dorthin nutzTen wir Schnellstraßen und Autobahnen, die gut ausgebaut waren.image

Bei der sich am nächsten Tag anschließenden Fahretappe in den Süden (ca. 6 h) vielen die recht häufigen Polizeiposten auf. Die meisten grüßten oder winkten uns zu. Die Einheimischen, mit denen wir gesprochen haben, sind froh, über die Präsens der Polizei, ist doch die Demokratie noch recht jung und verletzbar.

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In der Sahara waren wir mit drei einheimischen Berbern unterwegs, die wiederum alle locals kannten. Wir saßen somit am Abend stets mit den Einheimischen wie eine große Familie am Feuer. Man hat gemeinsam gegessen, Tee getrunken und Musik „gemacht“.image

Ich habe mich bislang nirgends so sicher gefühlt, wie in der Wüste nachts 4.00 Uhr bei Vollmond den Sand „zu bewässern“ und dabei einfach nur die totale Stille zu genießen.
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Nach erfolgreicher Absolvierung der Dünen nächtigten wir im Hotel einer Schweizerin und ihres Marokkanischen Mannes. Das Hotel lag in Douz direkt an der Hauptstraße. Die Autos wurden nachts von der Hotelsecurity bewacht. Dies hat genauso gut funktioniert wie bei unserem Besuch in Tamerza sowie den beiden Pufferübernachtungen am Ende der Reise in Tunis.

  1. 1. Woche

    Diese stand ganz im Zeichen der Dünenbezwingung in der Sahara. Die vorausgehende Führung durch eine Berberhöhlensiedlung sowie Nächtigung und Dinner in gleichartigem Hotel stellten einen ersten Höhepunkt dar.

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    Ausgangspunkt der Wüstentour war eine berühmte Oase, in der wir uns am Mittag stärkten und einige Teilnehmer ein Bad in einer heißen Quelle nahmen.

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    Der nachfolgende Sandsturm und die Besichtigung einer alten Burganlage stellten dann gleich die erste Herausforderung für unsere Gruppe dar, die übrigens nur aus drei (!!!) Teilnehmerfahrzeugen zzgl. einem lokalen Führungsfahrzeug, Michael und seinem Co AWo bestand. Weitere vier von Michael eingeplante Teilnehmer (die Namen sind der Redaktion bekannt ) hatten leider abgesagt. Vermutlich gab es im Vorfeld hierzu ein Kommunikationsproblem bezüglich Verbindlichkeit der Reiseanfrage. Der dann von mir und meinem RAG Andreas erhoffte zügige Verlauf der Fahretappen und die damit verbundene ungetrübte Fahrfreude stellten sich nicht ganz ein, da bei den anderen Teilnehmern doch recht heftig der Kampf Mensch vs. Maschine tobte. Häufig unterlagen beide Parteien zusätzlich noch dem Endgegner Sand.

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    Im Verlauf der Woche stellte sich Besserung. Vor allem, die von uns hochgeschätzte und sehr sympathische Frau Dr. Christine W., die ihren ersten Offroadausflug absolvierte, steigerte sich von Tag zu Tag und konnte nur noch vom ungünstigen Setup ihres Einsatzfahrzeugs namens HIDALGO gestoppt werden.

    Unabhängig von diesen Nebenschauplätzen sind die Wüste und das Fahren darin unbeschreiblich toll. Körperlich und fahrerisch wurde uns einiges abverlangt. Die Autos mussten an ihre Grenzen gehen. Der Einsatz von Achssperren war jedoch nicht erforderlich. Speziell der Td4 war der ungekrönte König der Wüste.

    Morgens wurden wir mit frisch gebackenem Fladenbrot von Mussef, unserem einheimischen Bäcker und Sänger, verwöhnt. Mittags überraschte uns nicht selten ein s.g. Café in der angeblichen Einöde. Der Abend gehörte dem gemeinsamen Kochen und Essen sowie dem Singen und sogar Tanzen am Lagerfeuer.

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    Das High-Light dieser Woche war der 2-tägige Aufenthalt am Verlorenen See, das Befahren des dortigen Dünenkamms und

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    das Baden in der leicht schwefelhaltigen heißen Quelle.

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    Die Woche endete dann in Douz in o.g. Hotel, wo wir einen netten Abend verbrachten und zuvor den Souk und das Geschäft unseres lokalen Chefscouts Habib besuchten.

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  2. 2. Woche

Die zweite der Hälfte der Reise war von touristischen Highlights geprägt, die wir allesamt fast exklusiv besuchen konnten, da das Land sehr unter der Verunsicherung der Ausländer und dem daraus resultierenden Ausbleiben dieses Personenkreises leidet. Von Douz führte uns unser Weg über den großen Salzsee zu den Kulissen von Starwars. Auch wenn, man kein Fan dieser Filmreihe ist, so macht es doch der Erfahrung nach mächtig Eindruck, sagen zu können, dass man da war.

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In Tamerza erwartete uns der städtische Hamman zur körperlichen Wiederbelebung und Generalreinigung. Die Behandlung tat gut. Der Besuch dieser Einrichtung/Bruchbude ist jedoch insgesamt eher als Abenteuer zu bewerten, welchen wir jedoch aufrecht überstanden haben. Der eigentlich an dieser Stelle geplante Besuch des Wellnessbereichs im Luxushotel Tamerza Palace musste leider ausfallen, da das Hotel wegen der geringen Nachfrage derzeit geschlossen ist. SCHADE!!!

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Im Anschluss wurde eine kleine Wanderung inkl. Führung durch eine Dattelplantage und einen traumhaften Canyon, dem Drehort von „The English Patient“ geboten.

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Am Abend erwartete uns das kulinarische Highlight der gesamten Reise – ein liebevoll geführtes kleines Restaurant, in dem uns das Betreiberpaar mit eiskaltem Bier, leckersten Vorspeisen und einem optisch wie geschmacklich hervorragendem Lamm im Tontopf verzauberte. Dies hat uns so gut gefallen, dass wir zum Frühstück gleich noch einmal zurückkehrten, welches alles bis dahin in Tunesien erlebte in den Schatten stellte. Das nachfolgende Befahren der „“Rommelpiste“ stellte den letzten Programmpunkt dar.

Danach galt es den Rückweg in den Norden anzutreten. Während die Mitte und der Süden Tunesien scheinbar noch im Mittelalter gefangen sind,

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erwartete uns Tunis als offene und quirlige Metropole – endlich mal Frauen ohne Schleier und Bier in der Kneipe.

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Natürlich gab es im Souk jede Menge Gelegenheit zum Shoppen. Ein dortiger Handwerker dengelte nach unseren Vorgaben für jeden Teilnehmer einen Erinnerungsteller mit Defender, Dünen, Kamelen …

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Nach netten Begebenheiten in unterschiedlichen Lokalen und dem erneuten Kennenlernen von Michaels ortsansässigen Kontaktpersonen traten wir am vergangenen Freitag die 24 – stündige Rückreise mit der Fähre an, wohlwissend im Januar 2015 zur „Sahara extrem“ zurückzukehren, welche sich dann ausschließlich dem offroaden in der Wüste widmen wird (11-12 Tage inkl. bestem Catering zzgl. An- und Abreise)